Wenn man an die Zukunft der Sensorik denkt, stellt man sich vielleicht dünnere, schnellere und intelligentere Geräte vor.
Aber für Joseph Stephens, COO/CFO von NanoSen, beginnt die wahre Revolution ganz woanders - im Material selbst. Bei NanoSen nimmt diese Revolution durch flexible Kraftsensortechnologie Gestalt an - Materialien, die Präzision messbar machen.
"Wir haben jahrelang versucht, dass Sensoren das überleben, was Ingenieure mit ihnen anstellen", sagt Stephens mit einem Grinsen.
"Jetzt können sie es endlich."
Vom Labor-Durchbruch zur Marktrealität
NanoSen basiert auf mehr als einem Jahrzehnt Forschung an der TU Chemnitz, wo das Team eine neue Generation von Polymer-Nanokomposit-Materialien (PNC) entwickelte - weich, flexibel und elektrisch aktiv.
Durch ein geschütztes Verfahren verwandelt NanoSen medizinisches Silikon in ein dünnes, leitfähiges und langlebiges Sensormaterial.
Das Ergebnis: ein 0,4 mm dicker Film, der Kräfte von 0,01 N bis 150 N messen kann, 6.200 N Überlast übersteht und 20 Millionen Lastzyklen standhält - ohne Leistungsverlust.
"Es war der perfekte Zeitpunkt für eine Ausgründung", sagt Stephens.
"Die Technologie war fertig, die Nachfrage war real, und der Übergang vom Labor zur Industrie machte endlich Sinn."
Vom Widerstand zur Impedanz - eine neue Art, Kraft zu messen
Herkömmliche Kraftsensoren messen entweder den Widerstand oder die Kapazität. Die Materialien von
NanoSen können beides - und mehr.
"Wenn unser PNC komprimiert wird, rücken die leitenden Nanopartikel näher zusammen", erklärt Stephens.
"Dadurch ändern sich gleichzeitig Widerstand und Kapazität. Wir messen beides - das ist die Impedanz - und das Ergebnis ist viel stabiler und präziser."
Durch die Kombination zweier Messprinzipien kompensieren die NanoSen-Sensoren Drift- und Temperatureffekte, reduzieren den Kalibrierungsaufwand und liefern sauberere, zuverlässigere Daten.
Mit anderen Worten: weniger Fehler, mehr Vertrauen in jede Messung.
Entwickelt für Flexibilität - und für Konstrukteure
Die Vision von NanoSen geht über den Verkauf von Sensoren hinaus.
Stattdessen liefern sie das Material selbst - so dass Ingenieure es formen, schneiden und in ihre eigenen Systeme integrieren können.
Ein einzelnes Sensorelement benötigt nur zwei Schichten: die PNC-Folie und eine Elektrodenstruktur.
Diese Elektroden können auf Substrate wie PET, TPU oder Polyimid gedruckt werden, je nach der erforderlichen Flexibilität und Leistung.
"Wir wollen die Sensorik so anpassbar machen wie das Design von Schaltkreisen", sagt Stephens.
"Deshalb stellen wir das Material zur Verfügung - nicht nur das Produkt."
Der Vorteil? Kürzere Entwicklungszyklen, niedrigere Kosten und die Freiheit zu experimentieren.
Auswirkungen in der realen Welt: Von Robotern bis zu Krankenhausbetten
Von der Robotik bis zum Gesundheitswesen ermöglicht die flexible Kraftmesstechnologie von NanoSen präzise und zuverlässige Messungen selbst in komplexen, dynamischen Umgebungen.
- Gesundheitswesen: Intelligente Betten und Kissen, die Druck erkennen und verteilen, um Wunden zu vermeiden und das Pflegepersonal zu unterstützen.
- Robotik: Greifer, die unterscheiden können, ob sie ein Ei oder einen Motor halten - ohne beides kaputt zu machen.
- Industrieautomation: langlebige Sensoren für die vorausschauende Wartung und Prozessüberwachung, die auch unter extremen Bedingungen funktionieren.
"Unsere Sensoren leisten dort, wo andere versagen", sagt Stephens. "Sie messen nicht nur - sie halten aus."

Von der Idee zur Messung in wenigen Minuten
Für diejenigen, die die Technologie sofort testen wollen, hat NanoSen das PNC Force Sensor Kit entwickelt - ein kompaktes Plug-and-Play-System mit fünf Sensoren und einer gebrauchsfertigen Ausleseplatine.
Es wird über USB oder I²C angeschlossen, enthält Kalibrierungswerkzeuge und ermöglicht es den Anwendern, innerhalb weniger Minuten Kraftmessungen durchzuführen.
Und für Unternehmen, die PNC-Materialien in Produkte integrieren wollen, bietet NanoSen umfassende Entwicklungsunterstützung - vom ersten Prototyp bis zum serienreifen Design, oft innerhalb weniger Wochen.
Skalierung mit Konsistenz
Hinter der Technologie verbirgt sich ein Produktionssystem, das auf Skalierbarkeit ausgelegt ist. Die automatisierte Anlage von
NanoSen produziert derzeit rund 380 m² Material pro Jahr - genug für über 1,2 Millionen Sensoren - und kann die Produktion innerhalb weniger Monate vervierfachen, wenn die Nachfrage steigt.
"Skalierbarkeit war vom ersten Tag an Teil unseres Konzepts", so Stephens.
"Man kann etwas nicht als industrielles Material bezeichnen, wenn es nur im Labor funktioniert."
Langlebigkeit als Designphilosophie
Auf die Frage, wo er persönlich die größten Auswirkungen sieht, lacht Stephens.
"Ich war früher Mechaniker", sagt er. "Wissen Sie, was bei den meisten Werkzeugen zuerst kaputt geht? Die Knöpfe."
Mechanische Schalter nutzen sich ab, korrodieren oder fallen mit der Zeit aus. Die Technologie von NanoSen könnte sie ersetzen - keine beweglichen Teile, kein Verschleiß, nur eine haltbare, berührungsempfindliche Schicht, die jahrelang hält.
"Das ist es, was mich begeistert", sagt Stephens. "Wir bauen eine Technologie, die im Produkt verschwindet, weil sie einfach funktioniert."
Die Zukunft der Kraftsensorik
Für NanoSen geht es bei der Zukunft der Sensorik nicht nur um kleinere Chips oder schnellere Prozessoren - es geht um Materialien, die sich anpassen.
Durch die Kombination von Empfindlichkeit, Ausdauer und Designfreiheit legt ihre flexible Kraftsensortechnologie den Grundstein für eine neue Ära intelligenter Materialien.
"Sensoren sollten nicht zerbrechlich sein", schließt Stephens.
"Sie sollten sich weiterentwickeln - so wie alles andere in der Technologie."
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